
Ozempic und Abnehmmedikamente: verursachen sie Haarausfall?
Viele erleben unter der Behandlung mit Ozempic und ähnlichen Abnehmmedikamenten einen Haarausfall. Ich erkläre, was tatsächlich geschieht, ob das Medikament schuld ist und was Sie tun können.
Eine häufige Frage
Mit der Verbreitung von Abnehmmedikamenten wie Ozempic und Wegovy sind viele Berichte über Haarausfall während der Behandlung aufgekommen. Das ist ein reales und häufiges Phänomen, und es beunruhigt verständlicherweise viele. Doch die Erklärung ist eine andere, als die meisten annehmen.
Liegt es am Medikament oder am Gewichtsverlust?
Was den Haarausfall auszulösen scheint, ist in aller Regel nicht der Wirkstoff selbst, sondern der rasche und erhebliche Gewichtsverlust, den das Medikament mit sich bringt. Ein großer, schneller Gewichtsverlust ist ein bekannter Auslöser für ein telogenes Effluvium, also einen diffusen Haarausfall, bei dem viele Haarfollikel auf einmal in die Ruhephase gedrängt werden. Dasselbe sieht man nach anderen drastischen Diäten oder nach einer Adipositasoperation, ohne dass ein Medikament beteiligt wäre.
Warum geschieht das?
Bei einem raschen Gewichtsverlust sinken die Kalorien- und die Proteinzufuhr deutlich, und dem Körper können Nährstoffe fehlen. Das Haar gehört zu den ersten Geweben, die der Körper unter einer solchen Belastung zurückstellt. Hinzu kommt, dass appetitzügelnde Medikamente es erschweren können, genug Protein, Eisen und andere wichtige Nährstoffe aufzunehmen. Der Verlust zeigt sich typischerweise zwei bis drei Monate, nachdem der Gewichtsverlust richtig in Gang gekommen ist.
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Die gute Nachricht
Ein Haarausfall im Zusammenhang mit Abnehmmedikamenten ist fast immer vorübergehend. Stabilisiert sich das Gewicht und normalisiert sich die Ernährung, finden die Haarfollikel in ihren normalen Zyklus zurück, und das Haar wächst innerhalb von sechs bis zwölf Monaten wieder nach. In aller Regel besteht kein Anlass, das Medikament abzusetzen, und eine Haartransplantation ist weder nötig noch angebracht, da der Verlust nicht dauerhaft ist.
Was Sie tun können
Achten Sie darauf, genug Protein zu bekommen, auch wenn der Appetit gering ist, denn Haar besteht aus Keratin. Lassen Sie Ferritin, also Eisen, sowie Vitamin D und die Schilddrüse prüfen, da diese Werte bei starkem Gewichtsverlust häufig sinken. Sprechen Sie mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt über einen allmählicheren Gewichtsverlust, wenn das möglich ist. Geraten Sie nicht in Panik und kaufen Sie keine teuren Haarkuren, denn der Verlust hört in aller Regel von selbst auf.
Fazit
Haarausfall unter Ozempic und ähnlichen Abnehmmedikamenten geht in aller Regel auf den raschen Gewichtsverlust und seine ernährungsbedingten Folgen zurück, nicht auf den Wirkstoff selbst. Es handelt sich um eine Form des telogenen Effluviums und ist fast immer vorübergehend. Achten Sie auf ausreichend Protein, lassen Sie Eisen und Vitamin D prüfen, und haben Sie Geduld. Hält der Verlust über ein Jahr hinaus an, sollten Sie ärztlichen Rat einholen, um andere Ursachen auszuschließen. Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beurteilung.
© IdealofMeD Research Academy. Mit Genehmigung erneut veröffentlicht.
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